Aus für Fischerinsel-Hochhaus: WBM darf Wohnturm nicht bauen

http://www.berliner-woche.de/mitte/bauen/aus-fuer-fischerinsel-hochhaus-wbm-darf-wohnturm-nicht-bauen-d134847.html

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Mitteilung über die Informations- und Diskussionsveranstaltung der WBM zum Neubau auf der Fischerinsel am 14.08.2017 im Bezirksamt Mitte

Liebe Anwohner der Fischerinsel!

In der Veranstaltung berichtete die WBM über den Stand der Planungen zum Neubau und zog ein erstes vorläufiges Fazit zu den in der Ausstellung von 6 Entwürfen geäußerten Meinungen der Bürger.

Insgesamt gab es 260 schriftliche Meinungsäußerungen.

Die WBM quantifizierte die Anzahl der Meinungen gegen und für jede der 6 Varianten noch nicht und gab aus Zeitgründen nur eine grobe inhaltliche Bewertung.

Die WBM wird die Meinungsäußerungen weiter auswerten und im September 2017 auf ihrer home page dokumentieren.

Die WBM bevorzugt ungeachtet dieser ausstehenden Analyse weiter eindeutig die Variante 1 (Blockrandbebauung mit integriertem 19 Hochhaus auf dem Mühlendamm) und als Entgegenkommen ggf. Variante 2 (dgl. mit 17-stöckigen Hochhaus).

Sie hat seit der Festlegung der Variante 1 als Wettbewerbssieger im August 2015 nur diese weiter aktiv bearbeitet.

Sie tat dies ungeachtet des negativen Bauvorbescheides des Bezirksamtes zur Variante 1 (Verletzung des Baugesetzbuches §34) und des Bürgerantrages gegen den Hochhausbau mit 1000 Unterschriften (beide Mitte 2016).

Die Wiederaufnahme von Planungsarbeiten zu anderen Varianten würde zu höheren Kosten für die Wohnungseinheiten und zu Zeitverzug führen.

Sie stützt sich auf eine Entscheidung des ehemaligen Stadtentwicklungssenators Geisel vom November 2016, die vorsah, dass der Stadtbezirk einen positiven Bauvorbescheid erteilen solle.

Diese Weisung wurde vom Stadtbezirk und der neuen Stadtentwicklungssenatorin Frau Lompscher nicht umgesetzt, da sie der Koalitionsvereinbarung in mehreren Punkten widersprach und die von Herrn Geisel vor den Wahlen selbst zugesagte breite Bürgerbeteiligung nicht realisiert wurde.
Herr Geisel mißt mit zweierlei Maß, wenn er einerseits einem privaten Investor erlaubt, am Leipziger Platz wegen des Straßenlärms in einem Bürohaus nicht die vorgeschriebenen Wohnungseinheiten zu errichten und andererseits an einer der am meisten belasteten Kreuzungen auf der Fischerinsel ein Hochhaus genehmigt.

Der Stadtbezirk Mitte in Person des Baustadtrates Gothe und der Abteilungsleiterin Stadtentwicklung, Frau Laduch bevorzugen die Variante 3 (Blockrandbebauung mit 25 m Höhe).

Die Fischerinsel-Initiative hatte sich in der Zeit der Ausstellung ebenfalls mehrheitlich nochmals für diese Variante bei maximaler Wiederbegrünung und Wiederherstellung einer Durchwegung durch das neue Gebäude von Fischerinsel 1 in den Straßenkreuzungsbereich ausgesprochen.

Unsere Akzeptanz von Var. 3 ist ein Kompromiss gegenüber den von uns vor Beginn der Baumrodung gemachten Vorschlägen. Mit der Beseitigung der bestehenden Grünanlage mit 76 Bäumen an dieser sensiblen Stelle, sowie den archäologischen Grabungen hat die WBM unumkehrbare Tatsachen geschaffen.

Zum Ende der Veranstaltung informierte die WBM, auf Grund der geäußerten Meinungen, dass sie ihrem Aufsichtsrat die Varianten 1, 2 und 3 zur Entscheidung vorlegen und im Oktober/November 2017 die Öffentlichkeit informieren wird.

Stadtrat Gothe wird sich mit der Stadtentwicklungssenatorin Frau Lompscher und dem Finanzsenator Herrn Kollatz-Ahnen in Verbindung setzen, um Möglichkeiten für die Kompensation der bei Var. 3 auftretenden erhöhten Vorkosten der WBM zu prüfen.

Die Fischerinsel-Initiative wird die Vorgänge um die Bebauung weiter intensiv verfolgen, damit die öffentliche Diskussion erfolgreich verläuft.

Wir empfehlen gleiches allen interessierten Anwohnern.

Ihre Fischerinsel-Initiative

Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) will mit Unterstützung des Berliner Senats die Fischerinsel mit einem weiteren Hochhaus zumauern

Fischerinsel, Schlossinsel und Museumsinsel sind drei Teile ein und derselben Insel mitten in der Spree und mitten in Berlin. Sie gehörten im 18. Jahrhundert zur königlichen Residenzstadt und sind Bestandteil der Berliner Friedrichstadt. Die Fischerinsel ist zudem einer der beiden Gründungsstandorte Berlins. Ohne Zweifel sehr geschichtsträchtige Orte, mit denen sorgsam, ja liebevoll umzugehen ist. Dies geschah und geschieht auf der Museumsinsel mit den zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden fünf einmaligen Museen und auf der Schlossinsel mit der Wiedererrichtung des Berliner Stadtschlosses.

Auf der Fischerinsel wurde die nach dem 2. Weltkrieg noch teilweise bestehende historische Bausubstanz zur Linderung der Wohnungsnot in den 70ern des vorigen Jahrhunderts, wie damals noch in vielen Städten üblich, zugunsten von sieben modernen Hochhäusern aufgegeben. Mehr als 3000 wohnungssuchende Bürger fanden ein zeitgerechtes neues Zuhause.

Nach nunmehr 40 Jahren will die WBM dieses Modell einfach fortschreiben. Der im vorigen Jahrhundert aufgrund der begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten des ostdeutschen Nachkriegsstaates realisierte Wohnungsbau zur Versorgung vieler Menschen soll an diesem Standort gedankenlos kopiert werden. Es zeugt von wenig städtebaulicher Kompetenz, wenn nun die Fischerinsel endgültig zu einem Hinterhof der Hochhäuser ‚verdichtet’ wird.

Dafür herhalten müssen die bekannten ökonomistischen Totschlagargumente des vorhandenen ‚billigen’, landeseigenen Grundstücks und die damit möglichen günstigeren und sozialeren Mieten. Mit der notwendigen Verbesserung des unzureichenden Wohnungsangebots der Gesamtstadt wird das Projekt als ‚alternativlos’ begründet. Hier wird versucht, den von der Landesregierung zu verantwortenden ‚Schwarzen Peter’ der Unterversorgung Berlins mit Wohnraum der Fischerinsel zuzuspielen. Nach dem Motto, wo die Besiedlungsdichte schon überdurchschnittlich hoch ist, kann sie ja gewohnheitsbedingt auch noch erhöht werden.

Weiterhin wird mit dem geplanten Hochhaus nur nach innen geschaut, die daneben stehenden Hochhäuser verschattet und die vorhandene städtebaulich wünschenswerte Sichtachse zur Innenstadt geschlossen bzw. zugemauert. Annehmbare historische Bezüge werden damit nicht hergestellt. Das geplante Projekt reflektiert auch nicht die bereits vorhandene neue Bebauung in diesem Kreuzungsbereich. Es sollte mindestens möglich sein, den beispielgebenden gegenüberliegenden drei Neubauten an der Kreuzung Fischerinsel, Breite Strasse, Mühlendamm und Gertraudenstrasse ein entsprechendes Pendant zu bieten, um damit die Randbebauung am Mühlendamm adäquat abzuschließen.

Dieser Standort muss doch jeden guten Architekten zu kreativen Ideen aufrufen, reiner Ökonomismus war vor 40 Jahren und ist auch jetzt kein guter Ratgeber. Es würde an diesem geschichtsträchtigen Ort die letzte Chance sein, eine architektonische Brücke zur Stadt und ihrer Geschichte zu schlagen, sie sollte nicht vertan geschweige zugemauert werden.

Nachtrag

Inzwischen hat auch aufgrund des vielfachen Protests der Anwohner und namhafter Berliner Persönlichkeiten das Bezirksamt Mitte den Bau des Hochhauses abgelehnt. Die WBM hat dagegen Einspruch eingelegt und den Bauvorantrag dem Senat zugeleitet. Die Entscheidung über das Projekt liegt nunmehr beim Senat. Stadtentwicklungssenator Geisel hat sich bereits zugunsten des Hochhauses ‚bei breiter Beteiligung der Bevölkerung’ geäußert.

Darüber hinaus hat die WBM mit der Abholzung des 40-jährigen Baumbestandes auf dem besagten Areal bereits unumkehrbare Tatsachen geschaffen. Die derzeit stattfindenden gesetzlich vorgeschriebenen archäologischen Grabungen erscheinen vor dem Hintergrund des bereits abgeschlossenen geschichts- und gesichtslosen Hochhausprojektes wie eine sinnfreie folkloristische Übung.

Ekkehard Rothe

Die geäußerte Meinung muss nicht mit den Ansichten der Mitglieder der Fischerinsel-Initiative übereinstimmen

 

Was nun?

Liebe  Anwohner!

Viele fragen:

Was nun? Alle Proteste haben nichts genützt. 76 Bäume, die die Älteren unter uns gepflanzt hatten, wurden auf Vandalenart vernichtet. Jetzt herrscht Baufreiheit für alles, was der Baustadtrat von Berlin Mitte Herr Spallek und die WBM für richtig halten.

Herr Spallek erklärte im Einwohnerforum am 22.02.16, daß er noch nicht weiß, was gebaut werden soll. Er umging wieder die Beantwortung der Frage nach der öffentlichen Auslegung der geplanten Baumaßnahmen, wie sie von der Bezirksabgeordnetenversammlung (BVV) 2010 eindeutig beschlossen wurde.

Sollen wir jetzt aufgeben? Wofür lohnt es sich noch zu kämpfen? Was können wir jetzt noch tun?

Wir meinen:

Wir führen die Unterschriftensammlung zu einem Bürgerantrag, dessen Hauptforderung gegen das zusätzliche  Hochhaus gerichtet war, weiter und zu Ende.

Schließen Sie Sich dem an! Wir benötigen noch 400 Unterschriften. Sie können jederzeit im Foyer des Kreativhauses unterschreiben.  Auch unsere Unterstützer werden Sie in den nächsten Tagen nochmals ansprechen.

Mit der Übergabe der Unterschriften an die BVV werden wir nochmals die Erfüllung der demokratisch beschlossenen Verpflichtung zur öffentlichen Auslegung eines Bebauungsplanentwurfes einfordern.

Dies wird uns ermöglichen, ansonsten selbstverständliche Bedingungen für die Entwicklung eines Wohngebietes, wie Kindergärten, Parkplätze, kurze Wege für unsere älteren Anwohner zur Einkaufspassage und den Haltestellen einzufordern.

Ihre Fischerinsel – Initiative

Bürgerarbeitsgruppe zur Entwicklung der Fischerinsel

Liebe Interessierte an der Entwicklung auf der Fischerinsel,

für die im letzten Kiezgespräch vorgeschlagene Bürgerarbeitsgruppe zur Entwicklung der Fischerinsel in Bezug auf das geplante Bauvorhaben möchten wir Sie gern am 16. April 2016 um 12 Uhr ins Kreativhaus einladen.

Wir treffen uns im Raum mit dem Namen ,Palme´. Ist der zweite Raum links vom Haupteingang.

Als Hinweis, wir sind dann eine selbstorganisierte BürgerAG ohne Anbindung an öffentliche Strukturen.

Bitte geben Sie diesen Termin an weitere Interessierte weiter.

Beste Grüße

Kein weiteres Hochhaus auf die Fischerinsel!

https://www.change.org/p/an-bezirk-mitte-abgeordnetenhaus-s%C3%A9nat-kein-weiteres-hochhaus-auf-die-fischerinsel?recruiter=450881606&utm_campaign=sign

Wir protestieren gegen das Vorhaben, ein Wohnhochhaus am Mühlendamm / Ecke ‘Fischerinsel’ zu bauen. Neben dem Aspekt planloser Freiflächenzerstörung würde hierdurch auch jede andere denkbare Entwicklung im Ansatz verhindert. Das Bezirksamt wird aufgefordert: Es darf keine weitere Verdichtung der Bebauung der Fischerinsel genehmigt werden, erst recht nicht mit einem Hochhaus, solange nicht Berlin – die Stadtöffentlichkeit und die Politik – eine einvernehmliche Beantwortung der Frage „Wie soll das frühere Alt-Berlin in Zukunft aussehen?“ gefunden haben. Diese Debatte wurde mit der Fragestellung „Alte Mitte – Neue Liebe“ soeben erst begonnen! Jetzt vorschnell Tatsachen zu schaffen, auch und gerade mit einem Hochhaus, macht diese Debatte vollkommen sinnlos und zieht die Diskussionsteilnehmer ins Lächerliche. Dies steht in keinem Verhältnis, verhindert es doch eine gedeihliche Einigung über die Zukunft der Stadt.

Die willkürliche Entscheidung der WBM, auf der Fischerinsel einen Wohngebäudekomplex einschließlich Wohnhochhaus bauen zu wollen, führt für die Anwohner zu einer unzumutbaren Verschattung, Vernichtung  von mindestens 60  größeren Bäumen und zur Vernichtung bisheriger Parkplätze.

Bisherige Unterzeichner  (Reihenfolge der Namen nach Eingang)
Barbara Gstaltmeyer
Ronald Matzdorff
Dr. Benedikt Goebel / Historiker / auch für Bürgerforum Berlin
Dr. Helmut Maier / Architekt
Friedrich Zimmermann / Journalist
Doerte Eriskat / Historikerin
Dr. Bruno Flierl / Architekt und Autor
Lutz Mauersberger / Historiker
Stephan Doempke / Ethnologe / Vorstand World Heritage Watch
Dr. Christian W. Dettmering / Historiker
Kay U. Schmidt / Architekt
Hubertus Müller / Architekt und Lehrer
Wolfgang Liebehenschel / Hochbauamtsleiter Kreuzberg a. D.
Volker Hobrack / Historiker / auch für Bürgerverein Luisenstadt
Konrad Buetow
Joachim Wiegmann
Prof. Hermann Kendel / Architekt
Prof. Conrad Wiedemann / Literaturwissenschaftler
Dieter Hoffmann-Axthelm / Historiker / Stadtplaner und Soziologe
Ulrich Schröder / Lehrer
Anngridt Gerhardt-Ehl
Thomas P. Bittner / Architekt
Michael Stojan / Bauassessor / Stadtbaurat Siegen
Malcolm Neesam / English Visitor
Erich Beyler / Lehrer
Prof. Bernd Albers / Architekt / auch Werkbund
Eberhard v. Einem / Stadt- und Regionalökonom
Dr. Hermann Kremer / Potsdam Stiftung Kremer
Ingeborg Zumpe / Diplom-Pädagogin
Bernhard Zumpe / Dilom-Ingenieur
Laurence Egloff / Künstlerin
Dr. Barbara Wieman / Kinderärztin
Prof. Laurenz Demps / Historiker
Karin Seidel / Buchhändlerin (Buchhandlung “Vorwaerts” im Willy-Brandt-Haus)
Dr. Peter Dähne
Dr. Wolfgang Wehrl
Lea Rosh / Journalistin
Iskender Öztürk / Privatier
Maria und Eckhart Motsch